Freilichtmuseum Molfsee

  • Einführung
  • Mühlen, Bordesholm, Südditmarschen
  • Nordfriesland,Drelsdorf
  • Angeln

Das Freilichtmuseum liegt im Ortsteil Rammsee der Gemeinde Molfsee nahe Kiel und ist das größte Freilichtmuseum in Norddeutschland. Es wurde 1965 eröffnet. Ausgestellt werden hier auf 60 Hektar Gesamtfläche nach den schleswig-holsteinischen Landschaften gegliedert über 70 wiederaufgebaute historische Gebäude, die eine Interpretation der Landesgeschichte ermöglichen. Alte Haustierrassen vom Tierpark Arche Warder bewohnen Ställe und Wiesen. Eingebettet in Wiesen, Teichanlagen und Gärten vermittelt diese Anlage einen realen Eindruck vom damaligen Wohnen, Arbeiten und Leben.

Torhaus

Das Torhaus war 1770 von dem Hofbaumeister Georg Greggenhofer für das Gut Deutsch-Niendorf am Westensee entworfen wurden. Die Pläne für den spätbarocken Backsteinbau wurden jedoch erst 200 Jahre später im Museum realisiert. Das Torhaus beherbergt einen Museumsshop, ein Bistro und Verwaltungsräume.

Die Gebäude sind im Areal nach ihrer Herkunft gegliedert verteilt, wobei Angeln und die Probstei mit den meisten Gebäuden vertreten sind. In einigen Gebäuden werden Dauerausstellungen zu verschiedenen Aspekten des Landlebens in den vergangenen Jahrhunderten gezeigt. Das älteste Haus ist das Pfarrhaus aus Grube, das nach der niederdeutschen Aufschrift auf dem Türsturz 1569 als Wohnung des dortigen Pastors eingerichtet wurde. Es ist damit das älteste datierte Bauernhaus aus Schleswig-Holstein. Der Großteil der Häuser stammt aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Die jüngsten Gebäude sind die Meierei aus Voldewraa, in der in der Form von 1914 Käse hergestellt wird, und die daneben stehende Windturbine aus dem Friedrichskoog von 1922. Neben gewaltigen, von großem Wohlstand zeugenden Bauwerken wie dem Haubarg aus Witzwort und mehreren Hofanlagen finden sich ärmliche Katen wie die Gothmunder Fischerhäuser und die Schusterkate aus Alt Duvenstedt. Außer verschiedenen Bauernhöfen werden diverse Speicher, Scheunen und Arbeitsgebäude wie eine Schmiede aus Deutsch-Nienhof und eine Reeperbahn gezeigt.

Außerhalb des Museums

Außerhalb des Museums befindet sich der nach seinem Erbauer benannte "Drathenhof", ein als Gaststätte genutztes Hallenhaus aus der Kollmarer Marsch. Die Einrichtung stammt aus anderen Häusern, da kein Originalinventar erhalten geblieben ist.

 

Mühlen

Das Museum besitzt eine Bockwindmühle von 1766 aus Algermissen in Niedersachsen, eine Wassermühle von 1778 aus Rurup in Angeln, eine Kappenwindmühle aus Hollingstedt und mehrere Windräder. Diese werden derzeit renoviert.

Bordesholmer Hofanlage

Zu der Hofanlage aus Bordesholm gehören neben dem Haupthaus, einem Hallenhaus aus Großharrie und dessen Backhaus und Schweinestall u.a. ein Abnahmehaus - ein Haus, in dem der Altbauer lebte, nachdem er den Hof an seinen Nachfolger abgegeben hatte - aus Negenharrie.

Süddithmarscher Hofanlage

Die Süddithmarscher Hallenhäuser haben als Besonderheit eine Trennwand zwischen Wohnbereich und Stall. Zu der Anlage gehört neben einem Hof aus Lehe von 1781 das größte Gebäude des Museum, die Winkelscheune aus Osterbelmhusen mit einer Grundfläche von 1000m2 und einer doppelt so großen Dachfläche. Daneben befindet sich ein Barghaus aus der Wilstermarsch, bei dem ähnlich wie beim Eiderstädter Haubarg die Ernte im bis zu 20 m hohen Vierkant gelagert wird, um den Wohnräume und Ställe angeordnet sind.

 

Baugruppe Nordfriesland

Außer zwei uthlandfriesischen Häusern aus Klockries und von Sylt, dem sogenannten Walfängerhaus, einem Geesthardenhaus von Bosbüll sowie dem Carolinenhof, einem Vierseithof aus dem Neuen Christian-Albrechts-Koog, in dem sich auch eine einklassige Dorfschule befindet, gehört zu dieser Gruppe das Drelsdorfer Armenhaus sowie ein Hallighaus von Langeneß mit einer Ausstellung über das Leben auf der Hallig.

Delfter Fliesen

Als Schmuck und auch als Schutz gegen die Feuchtigkeit wurde der Pesel mit Delfter Fliesen versehen. Auf den meist blau-weisen Fliesen finden sich oft Darstellungen von biblischen Geschichten. Im Carolinenhof und im Hallighaus sind schöne Beispiele zu besichtigen.

 

Drelsdorfer Armenhaus

Zur Darstellung des Themas der Armenversorgung und –unterbringung innerhalb der Kultur- und Landesgeschichte Norddeutschlands wurde am 7. Juli 2003 ein Armenhaus nachgebaut, das ursprünglich in der Gemeinde Drelsdorf gestanden hatte. Damit komplettiert es dort die Baugruppe Nordfriesland. Das Gebäude war zunächst Bauernstelle, ist kurz vor 1800 in das Eigentum der Kirchspielgemeinde übergegangen und dann zum Armenhaus geworden. Ende des 19. Jahrhunderts brannte das Armenhaus dann nieder. Verschiedenen Volkszählungen zufolge bewohnten dieses kleine Haus in einer Gesamtgröße von knapp 80 Quadratmetern mit mehr als zehn Zimmern insgesamt zehn, zwölf und 19 Personen. Die Drelsdorfer Dorfchronik berichtet sogar von bis zu 45 Menschen, welche dort untergebracht waren. Die Decken des Armenhauses waren nur fast zwei Meter hoch und der Boden bestand aus Lehm, das Mobiliar beschränkte sich auf einige Stühle und Wandbetten, Wasserkessel, Gesang- und Gebetsbücher. Weniger als zwei Quadratmeter pro Person standen den Menschen in den ungünstigsten Zeiten zur Verfügung. Aufgrund des Fehlens von Türen mussten die Räume mit Hilfe von Kreidestrichen unter den Familien aufgeteilt werden

 

 

Baugruppe Angeln

Aus Quars stammt der 1808 erbaute Dreiseithof, in dem sich eine zweiklassige Dorfschule samt Wohnräumen für den Lehrer befinden. Im oberen Stockwerk der Apotheke befindet sich eine Ausstellung zur Geschichte der Pharmazie.